Wenn Sie sich auf meiner Seite umgesehen haben, haben Sie sich vielleicht gefragt, warum ein Typ, der digitale Fundamente für die DACH-Region baut, seine gesamte Web-Präsenz auf Englisch hält. Die kurze Antwort: Englische Fachbegriffe klingen einfach weniger nach einem TÜV-Rapport aus dem Jahr 1998.
Die lange Antwort beginnt in der Friesischen Straße 27 A im idyllischen Flensburg.
Dass ich in Norddeutschland aufgewachsen bin merkt man an meinem unüberhörbaren nordischen Akzent, von dem ich bis vor kurzem nicht einmal wusste, dass ich ihn habe. Moin. Da mein deutsches Vokabular irgendwo auf dem Stand eines 16-Jährigen stehen geblieben ist, muss ich gelegentlich ins "Denglish" abrutschen, um mich präzise auszudrücken. Ich hoffe, meine DACH-Kunden verzeihen mir das.
Von der Förde zum Enterprise-Design
Meine akademische Karriere startete am Alten Gymnasium Flensburg, wo ich das Kunststück vollbrachte, in diversen Fächern – ironischerweise auch in Englisch – absolut grandios zu scheitern. Nach einer Ehrenrunde in der 5. Klasse wechselte ich auf die Realschule Flensburg West und war plötzlich ein Einser-Schüler. Rückblickend war es der beste Move meines Lebens.
Damals bestand mein Leben aus Heringsangeln in der Förde (immer noch eines der besten Hobbys aller Zeiten) und dem Abhängen in der Holm-Passage. Dort stand ein öffentliches Super Nintendo, an dem ich bei Street Fighter 2 von wildfremden Leuten täglich komplett zerlegt wurde.(Kurze Anmerkung der Redaktion: Zangief ist absolut OP und muss dringend generft werden).
Als ich Flensburg kürzlich nach all den Jahren wieder besuchte, stellte ich zwei Dinge fest:
- Alles ist viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte.
- Flensburger Pilsner schmeckt überraschend furchtbar. Ich bin mittlerweile offiziell Team Kölsch.
Der Corporate Wahnsinn: Bonn & Köln
Meine Teenager Jahre endeten mit einem massiven Kulturschock: Dem Umzug von Flensburg nach Budapest. In meinen Dreißigern zog es mich aber beruflich zurück nach Deutschland in die Enterprise-Welt.
Ich verbrachte ein Jahr bei Deutsche Telekom Design in Bonn, um "eCommerce Solutions zu explorieren". Es war eine großartige Zeit, auch wenn die Kaffeepausen legendär lang waren und die Büro-Gerüchteküche auf Hochtouren lief. Aber ich respektiere zutiefst, dass Deutsche die Fähigkeit besitzen, über das Wetter und die Arbeit zu reden, bis der Hitzetod des Universums eintritt. Dagegen habe ich absolut nichts einzuwenden.
Danach ging es nach Köln zu Sapient-Nitro (die heute entweder Razorfish oder Publicis Sapient heißen – ich habe bei den ganzen feindlichen Übernahmen den Überblick verloren). Dort arbeitete ich am 2016er Rebranding von Bosch.com und an der Lufthansa App, die bis heute meine digitale DNA in sich trägt. Vor allem aber genoss ich es, mit meinen Kollegen viel zu viel Kölsch zu trinken.
Denglish, ungarisches Exil und skalierbare Web-Architektur
Heute lebe ich nach Stationen in Budapest und dem sehr flensburg-ähnlichen Sopron seit 10 Jahren im ungarischen Szigetszentmárton. Es hat definitiv seinen eigenen Charme, auch wenn ich die Förde und den Hafen bis heute vermisse. Manchmal träume ich davon, einfach wieder durch Flensburg zu spazieren.
Wenn wir in unseren Chemistry Call gehen, werden Sie einen Typen mit norddeutschem Akzent und dem Wortschatz eines 16-Jährigen treffen, der Web-Development-Konzepte in feinstem Denglish erklärt, weil die deutsche Sprache einfach nicht genug Wörter für sauberes UX-Design hat.
Aber Sie bekommen auch jemanden, der die deutsche Enterprise-Mentalität von Bosch, Telekom und Lufthansa von innen kennt und genau weiß, wie man diese Qualität ohne den trägen Agentur-Overhead liefert.
Lassen Sie uns reden.
(Und ernsthaft: Zangief muss generft werden).







